Der Mond bietet, auch wenn man es vielleicht nicht direkt vermutet, eine Vielzahl an Fotomöglichkeiten.
Du hast sicherlich schon in den Himmel geblickt und warst vom Anblick unseres Mondes begeistert oder hast einen reisen Mond über der Landschaft untergehen gesehen.
Vielleicht kam dir auch schon die Idee, den Mond mal mit deiner Kamera einzufangen.
In diesem Artikel erfährst du einige Möglichkeiten und Tipps wie du beeindruckende Fotos vom Mond machen kannst.
So fotografierst du den Mond
Equipment
Für den Mond brauchst du keine Spezialausrüstung. Wenn der Mond hell leuchtet benötigst du nicht einmal unbedingt ein Stativ, da du durch seine extreme Helligkeit mit sehr kurzen Belichtungszeiten arbeiten kannst.
Ein Stativ hilft jedoch dabei eine Bildkomposition festzulegen und nicht das Gewicht des Objektivs halten zu müssen.
Es empfiehlt sich mit einem Teleobjektiv mit Brennweiten ab 400mm (Vollformat) zu fotografieren, um den Mond möglichst groß abbilden zu können.
Mit einem Weitwinkelobjektiv kannst du zwar Landschaften gemeinsam mit dem Mond fotografieren, allerdings wirkt dieser dann sehr klein im Bild.

Kameraeinstellungen
Da sich der Mond bewegt, musst du darauf achten, dass deine Belichtungszeit nicht zu lange ist.
Entscheidend ist hier die Brennweite. Je höher die Brennweite deines Objektivs, desto schnell sieht man die Bewegung des Mondes im Bild und er ist nicht mehr ganz scharf.
Steht der Mond bei Dunkelheit am Himmel ist er so hell, dass du das Bild bewusst unterbelichten musst, um die Krater und Strukturen der Mondoberfläche gut sehen zu können und diese nicht überbelichten. Um das zu erreichen, kannst du mit kurzen Belichtungszeiten arbeiten.
Fotografierst du den Mond während der Dämmerung, ist der Helligkeitsunterschied zwischen Mond und Himmel deutlich geringer. Hier kommt man bei niedrigen ISO-Werten oft auf relativ lange Belichtungszeiten. Bis 600mm Brennweite ist 1/40 Sekunde noch realisierbar um den Mond scharf abzubilden. Nutze bei diesen Belichtungszeiten unbedingt ein Stativ und einen Fernauslöser oder den Selbstauslöser um das Bild nicht zu verwackeln.
Herausforderungen bei der Mondfotografie
Das richtige Wetter
In der Regel ist ein klarer und wolkenfreier Himmel erforderlich um den Mond fotografieren zu können.
Hierbei spielt jedoch die Position des Mondes am Himmel und dessen scheinbare Höhe über dem eine entscheidende Rolle.
Je näher sich der Mond am Horizont befindet, desto größer muss der wolkenfreie Bereich am Himmel sein.
Willst du den Mondaufgang fotografieren, muss an deinem Standort wolkenfrei sein und die nächste Wolkendecke sich in einer entsprechenden Entfernung befinden, dass diese aus deiner Sicht nicht den Blick auf den Horizont versperrt.
Entscheidend die hierbei die Wolken, die sich in Blickrichtung des Mondes befinden. Wolken im Rücken stören dich beim fotografieren nicht.
Steht der Mond hoch am Himmel, reicht theoretisch eine deutlich kleinere Wolkenlücke aus.
Bedenke jedoch, dass Wolken weiter ziehen und sich eine zu kleine Wolkenlücke schnell verschieben oder schließen kann.
Auch der Mond wandert langsam am Himmel entlang und kann bei längeren Sessions hinter Wolken verschwinden.
Die nähe des Mondes zum Horizont
Auf den ersten Blick wirkt ein Mondauf- oder -untergang besonders reizvoll. Die orange oder rote Farbe, die große Mondscheibe, spannend für Fotos mit dem Mond über der Landschaft oder in Kombination mit einem Turm, einer Burg oder einem einzelstehenden Baum. Fotografisch bringt diese Mondposition jedoch einige physikalische und optische Nachteile mit sich.
In Bodennähe ist die Atmosphäre besonders unruhig. Warme und kalte Luftschichten, aufsteigende Thermik sowie Turbulenzen sorgen dafür, dass das Mondbild ständig minimal „wabert“ und der Mond auf den Fotos weniger scharf wirkt.

Besonders bei Fotos, in denen man den Mond besonders groß zusammen mit einem Motiv wie einem Gebäude oder anderen Interessanten Elementen in der Landschaft zeigen möchte, werden diese Luftunruhen durch den Einsatz eines Teleobjektiv besonders sichtbar.
Bei einem besonders flachen Winkel, kann auch das Motiv etwas unschärfer erscheinen, da man über eine weite Distanz von mehreren Kilometern durch unruhige Luftschichten fotografiert.
Je höher der Mond am Himmel steht, desto klarer, schärfer und detailreicher lässt er sich fotografieren. Für technisch saubere Mondaufnahmen mit sichtbaren Kratern und feinen Strukturen sind Mondpositionen weit über dem Horizont klar im Vorteil.
Die Vielseitigkeit vom Mond als Motiv
Erdschein

Kurz nach Neumond, tritt oft ein besonderes Phänomen am Mond auf.
Von der Erde reflektiertes Sonnenlicht der bereits untergegangen Sonne trifft auf die Schattenseite des Mondes und leuchtet diese leicht an. Dieses Phänomen nennt man Erdschein.
Es lässt sich besonders schön in der Dämmerung mit dem orange gefärbten Himmel oder während der Blauen Stunde fotografieren.
An einem Abend nach Neumond und wenn der Mond kurz nach Sonnenuntergang tief am Himmel steht, kannst dieses Phänomen bei klarem Himmel aber mit bloßem Auge sehen.
Mond und Wolken
Um den Mond fotografieren zu können benötigt man in der Regel einen wolkenfreien Himmel.
Für manche Bilder sind Wolken in richtiger Menge und an passender Position jedoch ein interessantes Bildgestaltungsmittel.
Tiefe im Bild durch Wolken
Eine Wolkenlücke an der richtigen Stelle, so dass der Mond durch diese hindurch sichtbar ist, kann besonders interessant sein.
Die Wolken vor dem Mond bilden eine zusätzliche Ebene und erzeugen somit Tiefe im Bild.
Farbspiel durch Eiswolken
Bei kalten Temperaturen und in großen Höhen können dünne Eiswolken vor dem Mond für verschiedene optische Erscheinungen um den Mond sorgen. Besonders reizvoll in Kombination mit einer Winterlandschaft.


Mondauf- und Untergang
Der Mondauf- oder Untergang bietet die Möglichkeit den Mond gemeinsam mit Motiven in der Landschaft wie Gebäude, Bäume oder sogar Personen zu fotografieren.
Eine besonders spannende Wirkung kannst du hier durch den Einsatz eines Teleobjektivs erzielen.
Durch einen großen Abstand von mehreren hundert Metern bis einige Kilometer und die hohe Brennweite wirkt der Mond extrem groß.

Der Mond im Schatten der Erde
Mondfinsternis
Wenn Sonne, Erde und Mond exakt in einer Linie stehen und er Mond in den Schatten der Erde wandert, kommt es zu einer Mondfinsternis.
Anders als bei einer Sonnenfinsternis, verdunkelt sich der Mond nicht vollständig und wird durch das Restlicht der Sonne angeleuchtet.
Durch die Lichtbrechung des Sonnenlichts, in der Atmosphäre entsteht der typische rote „Blutmond“.

Monduntergang im Erdschattenbogen
Wenn der Mond zum passenden Zeitpunkt während der Dämmerung unter geht, man ihn zusammen mit einem sehr spannenden Wetterphänomen, dem Erdschattenbogen fotografieren.

Mond in Farbe
Der Mond ist tatsächlich nicht, wie die meisten wahrscheinlich vermuten würden, grau bzw. einfarbig.
Nein er ist tatsächlich bunt.
Seine Oberfläche besteht zum Teil aus Eisen und Titan, wovon die Farben auf dem Mond stammen. Diese kann man mit Hilfe der Kamera und ein wenig Bildbearbeitung für unser Auge sichtbar machen.
Die gute Sichtbarkeit der Krater entsteht übrigens durch das seitlich auftreffende Licht der Sonne, bei zu- oder abnehmendem Mond. Bei Vollmond trifft das Licht gerade auf den Mond und er wirkt eher flach. Das Licht von der Seite wirft Schatten in die Krater und hebt diese hervor.
Es lohnt sich also nicht unbedingt den Vollmond sonder vor allem den Halbmond zu fotografieren, um die Mondkrater besonders gut erkennen zu können.




