Filter sind für einige Objekte ein entscheidendes Werkzeug in der Deep-Sky-Fotografie. Sie entscheiden maßgeblich darüber, wie viel Detail, Kontrast und Tiefe aus einem Objekt herausgeholt werden kann. Während H-Alpha- und OIII-Filter für Nebelaufnahmen nahezu unverzichtbar sind, bieten UHC- und Breitbandfilter flexible Lösungen für verschiedenste Motive und Himmelssituationen und eignen sich optimal für den Einstieg in die Deep-Sky-Fotografie.
Die richtige Filterwahl hängt immer vom Zusammenspiel aus Objekt und Aufnahmeort ab.
Doch richtig eingesetzt eröffnen Filter eine völlig neue Dimension der Astrofotografie.
Welche Filter gibt es?
Filter für die Deep-Sky-Fotografie lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen:
- Schmalbandfilter (Narrowband)
Sie lassen nur sehr enge Wellenlängenbereiche durch, meist einzelne Emissionslinien bestimmter Elemente. - Breitband- bzw. Kontrastfilter (Lichtverschmutzungsfilter)
Sie blockieren vor allem künstliche Lichtquellen und lassen größere Spektralbereiche passieren.
Welche Filter sinnvoll sind, ist abhängig vom jeweiligen Objekt und dessen Licht was es ausstrahlt.
Schmalbandfilter
H-Alpha-Filter (Hα)
Der H-Alpha-Filter ist einer der wichtigsten Filter in der Deep-Sky-Fotografie. Er lässt ausschließlich Licht der Wasserstoff-Alpha-Linie bei etwa 656 Nanometern passieren.
Wasserstoff ist das häufigste Element im Universum, weshalb viele Emissionsnebel, wie große Sternentstehungsgebiete und Supernovaüberreste, besonders stark in dieser Wellenlänge leuchten.
Typische Einsatzgebiete für einen H-Alpha-Filter sind Emissionsnebel, Supernovaüberreste und Sternentstehungsgebiete.
Der H-Alpha-Filter unterdrückt Lichtverschmutzung und sorgt für einen extrem hohen Kontrast.
Mit diesem Filter kannst du auch unter einem hellen Stadthimmel fotografieren.
Für die Verwendung eines H-Alpha-Filter sollte deine unbedingt astromodifiziert sein, damit sie die Wellenlängen der Wasserstoffnebel aufnehmen kann.
Der Nachteil eines H-Alpha-Filters ist, dass er einen großen Teils des Lichts der Sterne weg filtert. Aus diesem Grund musst du zusätzlich sogenannte RGB-Aufnahmen für korrekte Sternfarben machen. Das bedeutet einfach Aufnahmen ohne Filter.
OIII-Filter (Sauerstoff-III)
Der OIII-Filter lässt das Licht ionisierten Sauerstoffs bei etwa 500 Nanometern. Diese Emissionslinie ist typisch für viele planetarische Nebel und Supernovaüberreste.
OIII-Signale erscheinen oft feiner und strukturierter als H-Alpha-Signale und ergänzen diese hervorragend.
Auch der OIII-Filter steigert den Kontrast.
Dualband-, Kontrast- & Lichtverschmutzungsfilter
UHC-Filter (Ultra High Contrast)
Der UHC-Filter ist ein klassischer Kontrastfilter und liegt zwischen Breitband- und Schmalbandfiltern. Er lässt die wichtigsten Emissionslinien (H-Beta, OIII und teilweise H-Alpha) passieren, während er alle anderen Wellenlängen, wie auch größten Teils die der Lichtverschmutzung blockiert.
Ein UHC-Filter eignet sich hervorragend für den Einstieg in die Deep-Sky-Fotografie. Er steigert merkbar den Kontrast und vielseitig einsetzbar. Mit dem UHC-Filter kannst du Emissionsnebel fotografieren und deren H-Alpha und OIII-Linie belichten.
Der Kontrast mit UHC-Filter ist zwar geringer, als wenn man mit Schmalbandfilter fotografiert, jedoch bleibt mehr natürliches Licht der Sterne erhalten. Man benötigt dadurch mit ein paar Handkniffen in der Bildbearbeitung nicht zwingend zusätzliche RGB-Aufnahmen.
Zudem ein UHC-Filter in der Regel günstiger als ein Schmalbandfilter.
CLS-Filter (City Light Suppression)
Der CLS-Filter blockiert das Licht künstlicher Lichtquellen wie Natrium- und Quecksilberlampen, lässt aber einen Großteil des sichtbaren Lichts passieren. Er eignet sich deshalb gut für Galaxien, Sternhaufen und Reflexionsnebel.
Beispiel Ohne Filter, UHC-Filter, H-Alpha-Filter
Die drei Fotos zeigen jeweils ein Einzelfotos direkt aus der Kamera. Im ersten Foto wurde ohne Filter fotografiert, also eine RGB-Aufnahme. Das zweite und dritte Foto zeigen Einzelbelichtungen mit eingesetztem Filter und man sieht deutlich wie das Objekt schon bei der Einzelbelichtung deutlich besser hervor kommt. Foto zwei zeigt eine Aufnahme mit UHC-Filter und Foto drei eine Aufnahme mit H-Alpha-Filter.

Einzelbelichtung ohne Filter

Einzelbelichtung mit UHC-Filter

Einzelbelichtung mit H-Alpha-Filter
Ergebnis des Stacking
Für diese finale Foto wurden etwa 1 Stunde Belichtungszeit gestackt. Hierbei wurden RGB + Ha Aufnahmen für korrekte Sternfarben und mehr Struktur und Details der Nebel kombiniert. Mehr Belichtungszeit würde noch weitere Details bringen.







